Kirchweih die römisch-katholische Kirche

Kirchweih in Pankota

Die katholische Kirche feierte am Wochenende Mitte August das Hochfest Mariä Himmelfahrt. Viele Kirchen, Klöster und Wallfahrtsorte sind diesem Fest geweiht. Eine davon ist die katholische Kirche in der Arader Kleinstadt Pankota. Dort wurde am Sonntag die 22. Neuauflage des Festes ausgetragen. Adi Ardelean war dabei und berichtet.

Pankota ist eine Kleinstadt im Arader Weingebiet: die Ortschaft war mehrheitlich von deutschsprachigen Kollonisten besiedelt und sie bildet den nördlichsten Punkt der Temeswarer Diözese, die römisch-katholische Ortskirche wurde vor 209 Jahren dem Fest Mariä Himmelfahrt geweiht. Seither feiert man in Pankota – mit einigen Unterbechungen zwar – das Kirchweihfest nach banat-schwäbischer Tradition. Von den einst 800 Seelen der deutschen Gemeinschaft, leben zur Zeit in Pankota nur noch 20 Familien mit deutschem Hintergrund. Eine davon ist die des Bürgermeisters Josef Retter.

Das Kirchweihfest wird in Pankota seit eh und jeh gefeiert, auch wenn es im Laufe der Geschichte einige Unterbrechungen gab, so während der Russlanddeportation oder gegen Ende des kommunistischen Regimes. Für diese Pausen wurde auch eine Tradition eingeführt: wenn der Kirchweihstrauß in einem Jahr nicht durch Versteigerung erworben wird, kommt er in die Kirche und das Fest wird 7 Jahre lang nicht mehr gefeiert. So war es 1986, als die Deutschen mit gepackten Koffern auf ihre Ausreise aus dem kommunistischen Lager warteten. Georg Borbely nahm den Strauß 1993 wieder heraus. Im Jahr 2000 bildete er wieder das erste Kirchweihpaar mit seiner jetzigen Ehefrau Simona. In diesem Jahr bilden seine Kinder Gerhard Nikolas und Ingrid Maria das erste Paar.

Ein deutsches Ortsforum gibt es in Pankota als Organisation nicht mehr, da es keine zahlenden Mitglieder mehr gibt. Beibehalten wurde aber eine Struktur als Initiativgruppe für die Veranstaltung des Kirchweihfestes. Mitglied dieser Gruppe ist Yvonne Seifert. Beim Haus des ersten Paars in der ehemaligen deutschen Gasse traf sich die Kichweihjugend. Von hier aus marschierten die Paare zur katholischen Kirche. Für Rythmus und gute Stimmung sorgte die Großpereger Blaskapelle. Den Gottesdienst zelebrierte Ortspfarrer Ioan Ciuraru. Dabei erklangen die traditionellen banatschwäbischen Marienlieder.

Nach dem Gottesdienst zogen die Kirchweihpaare in den Pfarrhof und tantzten drei Ehrentänze. In Begleitung der Marschmusik ging es dann durch die Straßen der Stadt zurück zum Haus des ersten Paares. Ebenhier traf sich die Kirchweihjugend auch am Nachmittag und marschierte wieder ins Stadtzentrum. Unterwegs wurde an den deutschen Häusern Halt gemacht, die im letzten Jahr ein Familienmitglied verloren haben, um ihnen die Ehre zu erweisen.

Im städtischen Park war schon der Kirchweihbaum aufgestellt. Darunter wurde getanzt, die Vortänzer sprachen die Kerweihsprüche, die Trachtenpaare verlosten Lamm, Hut und Tuch und versteigert wurde der bunt geschmückte Rosmareinstrauß. Das Fest wurde vom ersten Regenwetter dieses Sommers kurz unterbrochen, doch die Kirchweihjugend ließ sich nicht verschäuchen und die Feier ging weiter. Es gab am Ende auch einen Gewinner des Kirchweihstraußes, sodass das Fest auch im nächsten Jahr stattfinden wird. Robert Krieb wird das Kirchweihfest zum 210. Jahrestag der Kirchenweihe in Pankota organisieren. Und zur Seite wird ihm erneut die kleine aber feine und zusammenhaltende deutsche Gemeinschaft stehen.

Die Tracht der Deutschen aus Pankota

Die jungen Mädchen und Frauen trugen helle, die älteren dunkle Kleidung. Diese bestand aus:

Weißem Unterhemd, dessen Ärmel und Vorderteil bestickt waren. Darüber trug man eine langarmige Bluse, die mit einem volantartigen Teil endete und bis über den Rock reichte. Der Rock reichte bis zu den Knöcheln, darunter trug man 2-3 Unterröcke aus Baumwolle, die gestärkt und mit handgefertigter Spitze versehen waren. Der Rock und die Bluse waren aus Seide oder sonstigem feinem Stoff mit floralem Muster. Über dem Rock wurde die Schürze, ebenfalls mit Stickerei oder Spitze versehen, gebunden.

Als Kopfbedeckung diente ein Kopftuch aus Seide, Stoff oder Kaschmir. Die Haare darunter trug man zu einem Knoten unter dem Kopftuch befestigt. Das Schuhwerk bestand aus flachen geschlossenen (Patsche) oder offenen Schuhen im Sommer und aus flachen dunklen Schuhen im Winter.

Die Männer trugen weiße Faltenhemden aus selbstgewebtem Stoff, hochgeschlossen, mit engen Manschetten. Im Sommer und während der Woche trug man weite weiße Leinwandhosen, die am unteren Teil mit einer Stickerei (Aschur) versehen waren. Die Sonntags- und Feiertagshosen waren schwarz, oberhalb des Knies weit und unterhalb eng. Im Sommer trug man schwarze Hüte, im Winter warme Pelzmützen.

Diese Tracht hat sich im Laufe der Zeit verändert. So traten die Kirchweihpaare nach dem II. Weltkrieg in neuer Tracht auf. Es war der österreichische Einfluss und einige ungarischen Elemente, die zu folgender Tracht geführt haben:

Die Mädchen trugen kurzarmige weiße Blusen mit schwarzer Spitze am Hals und an den Ärmeln, weiße Röcke mit schwarzen Schnurbändern und schwarze Schürze. Die Männer trugen lange schwarze Hosen, weiße Hemden und eine mit vielen Metallknöpfen versehene Weste. Als Kopfbedeckung trugen sie schwarze Hüte. Diese Tracht hat sich bis heute in Pankota bewahrt.

Hervorzuheben ist, dass Pankota (obwohl – oder gerade weil- sie die nördlichste Niederlassung mit Deutschen im Banat ist) als einzige oder zu den wenigen Ortschaften im Banat zählt, die auch heute noch das Kirchweihfest feiert. Dieses Fest ist selbstverständlich in einer neuen, etwas angepassten Form eines der größten Feste der Kleinstadt, an dem die hier lebenden Deutschen aber auch Rumänen und Ungaren gerne teilnehmen und mitfeiern.

Foto GalleryVideo Gallery



sursa foto: https://www.facebook.com/Pancota